Traumatherapie

Wenn in der Psychotherapie von Trauma gesprochen wird, geht es um seelische Verletzung. Nach Helénè Dellucci kann Trauma als eine blockierte, nicht abgeschlossene Lernerfahrung definiert werden.

Kann eine Erfahrung nicht komplett verarbeitet werden, schaltet der Körper in eine Art Notfallprogramm um zu überleben. Innerlich ist die nicht verarbeitete Situation aber weiter aktiv, auch dann, wenn das Ereignis oder die Ereignisse selbst verdrängt wurden, also bewusst nicht mehr präsent sind.

Solche unterbewussten Erinnerungen beeinflussen samt der damaligen Emotionen das heutige Leben und können jederzeit ausgelöst (getriggert) werden. Der Körper reagiert dann auf scheinbar normale Situationen im Alltag mit z.B. Herzrasen, Schweißausbrüchen, Panikattacken oder plötzlich auftretenden Ängsten, die das Bewusstsein nicht einordnen kann. Hinweise auf unbehandeltes Trauma können auch Gefühle von Hilflosigkeit, innerer Leere, Einsamkeit oder ein sich ausgeliefert fühlen sein. Es kann möglicherweise schwierig sein, Vertrauen zu Menschen aufzubauen und emotionale Bindung zuzulassen.

Traumatische Erlebnisse

Traumatische Erlebnisse können in einfacher Form einmalig aufgetreten sein (z.B. ein schwerer Unfall, eine unerwartete Kündigung, Scheidung, Erfahrung von Gewalt an sich oder anderen, sexueller Missbrauch, …). Aber auch nicht verarbeitete Erlebnisse aus der Kindheit, Jugend, oder dem Erwachsenenalter in denen über lange Zeiträume z.B. Vernachlässigung, emotionaler Missbrauch, Gewalt innerhalb der Familie, … erfahren wurden, können dazu führen, dass als innere Selbstschutzmaßnahme berechtigte Gefühle verdrängt und nicht zu einem selbst passende Gefühle/Verhaltensweisen angenommen werden um zu überleben und nach außen hin ein anscheinend „normales“ Leben zu präsentieren. Geschieht dies immer wieder, zerbricht die Persönlichkeit innerlich und die traumatisierten leidenden Anteile werden mit ihren heftigen Emotionen abgespalten (dissoziiert). Mit solchen Abspaltungen (Dissoziationen) funktioniert die Seele nur noch im Überlebensmodus – Das ist anstrengend!

Hochsensibel?

Hochsensibilität kann oft auch auf traumatische Erlebnisse zurückzuführen sein. Oder anders ausgedrückt entwickeln traumatisierte Menschen eine Hochsensibilität, weil Vertrauen in das Leben verloren ging und statt dessen ein inneres Notfallprogramm als Schutzmaßnahme aktiv ist. Wer sich somit innerlich ständig gedrängt fühlt seine Umgebung auf mögliche Gefahren hin abtasten zu müssen, erlebt häufig sogar Entspannung, Liebe oder ein unbedarftes Beisammensein als Gefahr.

Alte, nicht bearbeitete, schmerzhafte Belastungen drängen sich in den Vordergrund um endlich bearbeitet werden zu können. Verständlicherweise ist aber die erste Reaktion darauf wieder die alte Schutzreaktion um eben diesen Gefühlen (extremer Hilflosigkeit, Angst, Panik, Wut, …) nicht begegnen zu müssen. Hilft auch die gewohnte Schutzreaktion nicht mehr genügend, versucht der Verstand die Ursache dieser kaum aushaltbaren Gefühle im JETZT zu finden, denn wir suchen immer nach schnellen Lösungen, die leider nicht immer hilfreich sind, aber zu einer kurzfristigen Entlastung führen. Zwänge und Ängste verschiedenster Art (Waschzwänge, Kontrollzwänge, übertriebene Ängste vor Bakterien, Viren, …) aber auch Essstörungen, Süchte, und weitere psychische Störungen können beispielsweise dazu gehören. 

Lösungsorientierte Traumatherapie

Die lösungsorientierte Traumatherapie nach Helénè Delluncci gilt als sanft und effizient um die Traumafolgen zu behandeln. Traumatische Erlebnisse selbst stehen dabei nicht so sehr im Vordergrund sondern deren Auswirkungen auf Ihr persönliches Leben.

Menschen besitzen innerlich weit mehr Fähigkeiten, Hilfsquellen (Ressourcen) und Kompetenzen, als ihnen bewusst ist. Nur sind diese oft verschüttet oder überlagert. Wir arbeiten in der Traumatherapie daran diese wieder zugänglich zu machen und zu reaktivieren.

Die Sitzungen

Zunächst geht es mir darum Sie kennenzulernen und Ihnen die Möglichkeit zu geben sich in einer vertrauensvollen Atmosphäre öffnen zu können. In weiteren Sitzungen arbeiten wir gemeinsam in einfühlsamen Gesprächen und hypnosystemischen Ansätzen (z.B. sicherer Ort, symbolischen Figuren, …) wie auch bilateraler Körperstimulation daran, dass Sie sich sicher und stabil fühlen können. Der Fokus liegt dabei auf Ihren Ressourcen und inneren Erfahrungs-Anteilen. Während der Bearbeitung unterstütze ich Sie dabei, dass Sie sich so schnell wie möglich und nachhaltig als fähig erleben, belastende Erinnerungen gut verarbeiten zu können.

Wenn es sinnvoll oder von Ihnen gewünscht ist, beziehen wir auch die Yager-Therapie mit ein.

Schauen Sie gerne auch in meinem Blogartikel über Trauma vorbei.